Bertolt Brecht

Bertolt Brecht

 

Bertolt Brecht ist ein Dichter, Theatertheoretiker und Regisseur.

Brecht wurde am 10. Februar 1898 als Sohn eines Papierfabrikanten in Augsburg geboren. Am 14. August 1956 starb er in Ost-Berlin. 1931-1948 Emigration in Dänemark, Schweden, Finnland, den USA und in der Schweiz.

 

Er gilt als einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Seine Werke werden auf der ganzen Welt aufgeführt. Brecht hat das epische Theater bzw. „dialektische Theater“ begründet und umgesetzt.

 


Brecht

 

Herr Keuner-Geschichten

Zwei Städte

Herr K. zog die Stadt B der Stadt A vor. "In der Stadt A", sagte er, "liebt man mich; aber in der Stadt B war man zu mir freundlich. In der Stadt A machte man sich mir nützlich; aber in der Stadt B brauchte man mich. In der Stadt A bat man mich an den Tisch, aber in der Stadt B bat man mich in die Küche."

 

Erfolg

Herr K. sah eine Schauspielerin vorbeigehen und sagte: "Sie ist schön." Sein Begleiter sagte: "Sie hat neulich Erfolg gehabt, weil sie schön ist." Herr K. ärgerte sich und sagte: "Sie ist schön, weil sie Erfolg gehabt hat."

 

Eine gute Antwort

Ein Arbeiter wurde vor Gericht gefragt, ob er die weltliche oder die kirchliche Form des Eides benutzen wolle. Er antwortete: "Ich bin arbeitslos."- "Dies war nicht nur Zerstreutheit", sagte Herr K. "Durch diese Antwort gab er zu erkennen, dass er sich in einer Lage befand, wo solche Fragen, ja vielleicht das ganze Gerichtsverfahren als solches keinen Sinn mehr haben."

 

Das Lob

Als Herr K. hörte, dass er von früheren Schülern gelobt wurde, sagte er: „Nachdem die Schüler schon längst die Fehler des Meisters vergessen haben, erinnert er selbst sich noch immer daran.“

 

Gespräche

„Wir können nicht mehr miteinander sprechen“, sagte Herr K. zu einem Manne. „Warum?“ fragte der erschrocken. „Ich bringe in Ihrer Gegenwart nichts Vernünftiges hervor“, beklagte sich Herr K. „Aber das macht mir doch nichts“, tröstete ihn der andere.- „Das glaube ich“, sagte Herr K. erbittert, "aber mir macht es etwas.“